Erfolgsunabhängige Gebühr bei 1- und 2 stelligen .de Domains

Wie bereits im letzten Artikel angekündigt vergibt die Denic (deutsche Registrierstelle für .de Domains) ab morgen auch einstellige und zweistellige Domains sowie reine Zifferndomains.

Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Domainregistrare verschiedene Methoden einfallen lassen wie sie diese Aktion am besten vermarkten. Während sehr wenige Registrare die Vorregistrierung ohne jegliche Zusatzkosten anbieten verlangen andere Registrare hohe Gebühren. Ich bin ja damit einverstanden dass im Falle einer erfolgreichen Registrierung eine höhere Gebühr als üblich anfällt, da man ja auch eine “limitierte” Domain erhält und der Provider höhere Kosten durch diese Aktion hat.

Was mich aber extrem stört sind die erfolgsunabhänigen Gebühren welche ein Großteil der Provider verlangt. Klar, sie wollen damit versuchen die Queue so gering als möglich zu halten, da ja nur 4 Aufträge pro Minute je Registrar an die Denic geschickt werden können. Aber trotzdem ist diese Methode schwachsinnig.

Wie kann ich als Außenstehender wissen wie gut die Technik dieses Registrars ist oder wieviele Aufträge bisher bereits angeommen wurden? Egal ob die erfolgsunabhänige Prämie wie bei einigem Providern 25 Euro, 60 Euro oder sogar 1.000 Euro beträgt, ich kann am Ende nie wissen was dann in Wirklichkeit geschieht. Vielleicht kassiert ein Provider 1.000 Vorregistrierungen und verlangt für jede 25 Euro, das wären 25.000 Euro. Was wenn es dieser Provider aber am Freitag gar nicht schafft überhaupt eine Domain zu registrieren? Entweder aus dem Grund dass vorab solche Domains übermittelt werden, welche schon von anderen Providern schneller registriert werden konnten, oder wenn das System ausfällt oder es sonst irgenwelche Probleme gibt? Auch wenn der Registrar gar keine Aufträge an die Denic übermittelt, würde das ein Außenstehender gar nicht bemerken und der Registrar verdient für Nichts hohe Summen.

Bzgl. der Queue: Ein normaler Kunde kann gar nicht sehen wieviele Aufträge bisher ein Provider angenommen hat. Wenn er jetzt nur sehr wenige Aufträge hat, ist es klar ein Vorteil aber was wenn er schon 100 Anträge oder mehr hat? Dann hat es für mich ja total keinen Nutzen mehr wenn ich eine Vorbestellung mache und eine erfolgsunabhängige Prämie zahlen muss. Auch wenn diese auf 1.000 Euro angesetzt wurde, kann mir niemand garantieren dass ich dann überhaupt eine Domain erhalte.

Zusammenfassend: Mit höheren Kosten bei erfolgreicher Registrierung bin ich absolut einverstanden. Dann kann jeder selbst entscheiden was er für welche Domain ausgeben möchte und wenn er die Domain nicht bekommt, fallen auch keine Kosten an. Erfolgsunabhänige Kosten sind in meinen Augen also Schwachsinn!

Da vermutlich die meisten Registrare schon zahlreiche Aufträge erhalten haben würde es mich interessieren wie diese Aktionen bei den Kunden angekommen sind. Waren diese bereit erfolgsunabhänige Prämien zu zahlen und wie ist generell die Nachfrage für die neuen Domains?

Danke für die Weiterempfehlung!
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7 Responses to Erfolgsunabhängige Gebühr bei 1- und 2 stelligen .de Domains

  1. Andi says:

    Ich finde es auch bedenklich mit diesen Gebühren, es ist ja wie ein Glücksspiel. Als damals das Haus verlost wurde, gab es ja auch massiven Widerstand.

  2. Wir können Ihnen zu Ihrem Artikel nur zustimmen, daher werden bei uns auch keine weiteren Kosten für die neuen Endungen veranschlagt. Das Prozedere der Vorregistrierung ist genauso umfangreich wie die künftige Registrierung selber, daher haben wir hier keinen Mehraufwand und verlangen daher auch die selben jährlichen Gebühren wie vorher. Die Nachfrage ist allerdings doch recht hoch und daher könnten wir uns vorstellen, dass manche Kunden bereit sind diese erfolgsunabhängige Gebühr zu bezahlen, auch wenn diese den Erfolg, wie Sie es bereits richtig geschrieben haben, nicht weiter beschleunigt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ihr Celeros Online Team

  3. Reizzentrum says:

    http://blog.fefe.de/?ts=b42184d9

    Es ist – in Deutschland verbotenes – Glückspiel. Nicht mehr und nicht weniger.

    Da der Kunde aber die Möglichkeit hat, seine Verträge auch mit anderen als den “Gebühren-Hasardeuren”zu schliessen, sehe ich die offensichtlich zur Schau gestellte Geldgier einiger Weniger auch recht positiv. Denn mit diesen Registraren werde ich in Zukunft GANZ sicher keine Geschäfte machen.

    Es gibt einen freien Markt. Ich kann ein Mettbrötchen für 10c, einen Euro oder 100 Euro anbieten – solange ich kein Mettbrötchenmonopol habe. Dass ich für 10c nicht kostendeckend arbeiten KANN sieht ein Teil des Marktes nicht und diesem werde ich meine Serviette für fünf Euro dazu verkaufen. Wer allerdings ein Mttbrötchen für 100 Euro kaufen möchte… Soll es tun.

  4. Dirk says:

    Hallo,
    ich kann mich den Ausführungen auch nur voll anschließen.

    Es ist schon sehr “makaber”, was sich der ein oder andere Registrare so alles einfallen lassen hat, um neben der normalen Gewinnspanne für eine Domain extra nochmals tief in die Taschen des Kunden greifen zu können.

    Da gab (bzw. heute ist es ja noch möglich) Registrare, die nehmen plötzlich satte 500,- Bearbeitungsgebühr für eine Vorregistrierung vom Kunden – was nicht mal an den Erfolg gekoppelt ist, sprich, diesen Betrag muss der Kunde bei jeder Vorregistrierung auf jeden Fall bezahlen, ganz Gleich ob er seine Wunschdomain bekommt über diesen Registrar oder nicht. Dabei kann der Kunde nicht mal im Ansatz nachkontrollieren, ob dieser Registrar alle Vorregistrierungen an die Denic übermittelt hat oder nicht.

    Schade eigentlich, dass der Kunde hier nur als melkende Kuh gesehen wird :)

  5. Domain-Maus says:

    Ich möchte @Reizzentrum in einem Punkt widersprechen: beim Glücksspiel ist vorher wenigstens klar, wie die Chancenverteilung ist. Bei dieser Domain-Pseudo-Lotterie ist nicht einmal das klar. Ich finde das sogar noch schlimmer, als diese dummen TV-Abzocken im Nachtprogramm…

  6. Hallo,

    wir (Domainers Registrar GmbH) verlangen die für viele relativ hoch erscheinende erfolgsUNabhängige Prämie von 1.000 Euro. Man muß aber dieses Angebot differenziert sehen.

    Zum Einen fällt diese Gebühr nur für einen der Top20 Plätze an und somit wird ein exklusiver Platz verkauft, der auch um einiges bessere Chancen hat als Registrare, die Ihre Queue frei zur Verfügung stellen und die Kunden die Queue mit Riesenlisten von Domains “verstopfen”. Meiner Meinung nach ist das nicht wirklich sinnvoll, da Doppelte aussortiert werden, der Kunde am Ende meist zu spät kommt und Domains nicht wirklich eine Chance haben weil es untransparent ist.

    Wir vergeben die ersten Plätze gegen Gebühr, haben kräftig in Technik und Programmierung für Morgen investiert und haben einen Verbund von 5 DENIC-Mitgliedern. Ich finde es ist wie überall im Markt: Entweder man setzt auf Masse oder auf Exklusivität. Und es ist doch immer eine Frage von Angebot und Nachfrage. Und die scheint zu bestehen, für das eine und das andere Verfahren. Es wird keiner gezwungen, bei den Anbietern mit Gebühren Domains vormerken zu lassen.

    Viele Grüsse und viel Glück allen Lesern morgen bei der Vergabe.

    Herzlichst

    Alexander Wendt
    Domainers Registrar GmbH (www.domainers.de)

  7. Nachtrag:

    Zudem ist es möglich (falls die Domain durch uns nicht registriert werden konnte) die erfolgsunabhängige Prämie teilweise in eine Art Accountguthaben umzuwandeln. Dies finde ich ein sehr faires Verfahren für beide Seiten.

    Freundliche Grüsse

    Alexander Wendt

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